Erfahrungsbericht: DI (FH) Sebastian Kindermann |
| Studiert hab ich ja eigentlich BWL, nachdem mir dies aber nach 4 Semestern viel zu trocken wurde und der bürokratische Aufwand, um sich für eine Übung anzumelden horrend war, wechselte ich auf eine FH für Produktions- u. Automatisierungstechnik. Klingt zwar fürchterlich konträr, doch hatte diese Studienrichtung auch sehr viele wirtschaftliche Fächer und man wurde eher zum Generalisten mit technischem Schwerpunkt und wirtschaftlicher Ahnung ausgebildet.
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| Nach dem Studium startete ich mit zwei Studienkollegen als selbständiger Projektleiter und entwickelte ein elektrisches Gerät für Friseure. Das kalte Wasser, in das wir bei diesem Projekt sprangen, erwies sich als verdammt kalt, da wir uns bald mit einer 70 Stunden Woche anfreunden mussten und der Wind zwischen Kunden und Lieferanten mit der Zeit immer rauer wurde. Dennoch brachten wir am Ende das Projekt zu einem erfolgreichen Abschluss. Nach dieser etwas stressigen Erfahrung bewarb ich mich bei einem 30 Mann-Betrieb ebenfalls als Projektleiter, musste aber feststellen, dass man sich speziell in kleinen Betrieben um einen Haufen zusätzlichen Schmarrn kümmern muss. Einmal fällt der Drucker aus, dann fehlts an Betriebsmitteln oder der Stapler streikt, weil niemand für die Wartung eingeteilt war. Dieser Zusatzaufwand kostete viel Zeit und begann mich mit der Zeit zu nerven, daher war ich recht erfreut, als sich Philips bei mir meldete und mich am CoC Klagenfurt als Funktionsentwickler haben wollte. Nach 2 erfolgreichen Vorstellungsgesprächen, in denen ich viel über meine zukünftigen Aufgaben erfuhr, war die Sache für mich klar: Da wird mir die Möglichkeit geboten als Erfinder zu arbeiten. Und nachdem ich immer schon einer kreativen Tätigkeit im technischen Bereich nachgehen wollte, nahm ich den Job sofort an.
Hier war alles anders. Mein Einstieg war perfekt organisiert. Ich hatte meinen PC, meine E-Mail Adresse, ein detailliertes Einführungsprogramm und einen Kollegen als sogenannten „Buddy“, der mir alles zeigte und mir alle Fragen beantworten konnte, die ein Neuling in einem Großbetrieb so hat.
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| Nichts ist langweiliger für einen Job-Starter, wenn man zu hören bekommt: „Gehen Sie ins Archiv und lesen Sie sich mal ein.“ Doch glücklicherweise war auch das hier anders. In der ersten Woche wurde ich schon einigen Projekten zugeteilt und begann durch einen permanenten „learning by doing“-Prozess, Erfahrungen zu sammeln. Nebenbei hatte ich mit allen Schlüsselpersonen des Standortes Meetings und Abteilungs-Führungen. Dabei wurden all meine Fragen freundlich und geduldig beantwortet und zudem war in jeder Abteilung ein gewisser Enthusiasmus zu spüren. Dies ist auch eine Sache, die mir recht bald auffiel. Hier findet nicht das übliche Gemaule und Gejammer statt, dass man aus so manch anderen größeren Firmen kennt und auch Dinge wie Mobbing und innere Kündigung sind mir in meinen 4 Monaten, die ich jetzt hier arbeite nicht untergekommen.
Zusammenfassend kann ich sagen, dass ich genau den Job gefunden habe, den ich immer wollte. Der Betrieb ist gut organisiert, ich kann mich ausreichend um den kreativen Teil meiner Arbeit kümmern und fühle mich nicht nur in meiner Abteilung, sondern auch im gesamten Konzern sehr wohl.
Anfangs wusste ich nicht ob ich für diesen Job den Umzug von Wien nach Klagenfurt in Kauf nehmen sollte, doch was soll ich sagen, jetzt lebe ich in einem Bundesland in dem es so herrlich ist, dass halb Europa hier Urlaub macht. Mit anderen Worten: Es war die richtige Entscheidung.
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